Dissertationsvorhaben

Dissertationsprojekte aus dem Bereich Internationale Beziehungen, Strategische Studien und Terrorismusforschung
 

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Am Institut für Sicherheitspolitik promovieren sowohl Wissenschaftliche Mitarbeiter des ISPK, Stipendiaten sowie externe Doktoranden. Die Forschungsprojekte orientieren sich methodisch und inhaltlich an den Forschungsschwerpunkten des ISPK.

Beyer, Andreas: "Energieinfrastruktur und Finanzen in den USA und der Volksrepublik China"

Als größte Stromnetz- und Kraftwerksbetreiber, Energieverbraucher und CO-2 Emittenten ist ohne die USA und die Volksrepublik China eine Wende des globalen Klima- und Energieproblems nicht denkbar. Die meisten politikwissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf Energiesicherheit, regimetheoretische Analysen und den Möglichkeiten eines globalen Klimaabkommens / Emissionshandelmechanismus etc. Dabei bewegen sie sich allerdings vom ihrem Untersuchungsgegenstand, der Energieinfrastruktur, weg und beziehen sich auf diesen nur mit groben Aggregatdaten. 

Die Dissertation setzt an diesem Schwachpunkt an: Sowohl die USA wie auch die Volksrepublik bemühen sich durch intensive Investitionen, ihre Energieinfrastruktur umzubauen – haben dabei allerdings massive Probleme. Insbesondere die VRC hat trotz massiven Mitteleinsatz kaum Fortschritte bei der Emissionsreduktion zu verzeichnen. Die Arbeit fragt daher erstens wie die Energieinfrastruktur der Fallbeispiele im Detail beschaffen ist und zweitens wie diese und der Umbau über die jeweiligen Finanzmärkte finanziert wird. Daraus wird drittens die Wechselwirkung beider Sektoren herausgearbeitet – warum scheitert der Umbau der Energieinfrastruktur trotz massiven Einsatz von vorhandenen Finanzmitteln? Über diesen Zuschnitt wird erreicht, dass die Arbeit sich eng an den Untersuchungsgegenstand der Fallbeispiele orientiert und einen neuen Blick auf das Problem entwickelt. 

Auf der theoretischen Ebene arbeitet die Dissertation explizit interdisziplinär und bezieht Elemente aus der technischen Analyse von Energieinfrastruktur sowohl wie aus der Volkswirtschaftslehre mit ein, insbesondere der Finanzmärkte. Insgesamt ist sie der interdisziplinären Fachrichtung Politische Ökonomie zuzuordnen. Ihre Datenbasis erhält sie insbesondere aus der Auswertung von Primärdatensätzen, Unternehmensberichten (etwa 20F-filings etc.) und Statistiken zu den Finanzmärkten und Energieinfrastruktur der Fallbeispiele.

Bruns, Sebastian: U.S. Navy Strategy & American Sea Power from "The Maritime Strategy" (1982-1986) to "A Cooperative Strategy for 21st Century Seapower" (2007): Politics, Capstone Documents, and Major Naval Operations 1981-2011. (abgeschlossen)

Die Untersuchung geht der Frage nach, welche Rolle maritime Macht in der US-Außen- und Sicherheitspolitik seit Anfang der achtziger Jahre gespielt hat. Dazu bedient sich die Studie der deklaratorischen Marinestrategien, die die US-Marine in diesem Zeitraum publiziert hat; dies sind jene rund 30 Dokumente, in denen die Marine beschreibt, wie sie sich für gegenwärtige und künftige Bedrohungen wappnet. Die Analyse reflektiert dabei u.a. den jeweiligen politischen und geostrategischen Kontext, die Entstehungsgeschichte der Dokumente, allgemeine und spezifische seestrategische und doktrinale Überlegungen sowie die einzunehmende Streitkräftestruktur. Eingebettet ist diese Analyse in die Analyse des Seemachtbegriffs amerikanischer Ausprägung.

Seidler, Felix: Maritime Herausforderungen der NATO 1991-2011: Strategische Entwicklungen und die Effektivität des Handelns (abgeschlossen)

Aus Perspektive der Strategischen Wissenschaft will diese Studie die Frage beantworten, wie effektiv das Handeln der NATO gegenüber maritimen Herausforderungen war. Dazu diskutiert die Studie die maritimen Rahmenbedingungen für die atlantische Allianz, ihre Beschlüsse und Seeoperationen. Es handelt sich dabei um die erste Darstellung dieser Art seit 1987.

Horlohe, Thomas: „Die US-Nuklearstrategie seit dem Ende des Kalten Krieges – Struktur, Entwicklung, Perspektiven“ 

Nuklearwaffen und Nuklearstrategie sind zwar von der sicherheitspolitischen „Tagesordnung“ heruntergefallen. Doch darum sind sie noch nicht aus der Welt. Die Untersuchung geht der Frage nach, wie es um die Nuklearstrategie der größten Atommacht, den USA, bestellt ist und wie sie sich weiterentwickeln wird. Mithilfe eines erfahrungswissenschaftlich gewonnenen differenzierten Strukturmodells wird die Entwicklung der US-Nuklearstrategie seit dem Ende des Kalten Krieges systematisch untersucht und nachgezeichnet. Dabei wird die US-Nuklearstrategie als Kompositum erklärt, dessen Elemente sich zugleich eigendynamisch und in Wechselwirkung fortentwickeln. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Untersuchung den Regierungs- und Verwaltungsprozessen, in denen wichtige Bestandteile der US-Nuklearstrategie hergestellt werden, um so Kontinuitäten, Brüche und Entwicklungslinien zu erklären und Entwicklungsperspektiven vorherzusagen.Die Untersuchung wertet die wissenschaftliche Literatur zur US-Sicherheitspolitik und –Strategie aus und Veröffentlichungen der US-Regierung. Sie verzichtet auf quantitative Methoden und Interviews.

Haas, Michael: „Bearing the Trident: The United States‘ System of Transoceanic Power Projection in Ascendancy and Crisis“ (Arbeitstitel)

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Entstehung des Machtprojektionssystems der Vereinigten Staaten und seine dynamische Anpassung im Spannungsfeld zwischen externer Bedrohungsentwicklung und internen Strategieformulierungsprozessen in der Phase des Kalten Krieges. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht der Zusammenhang zwischen transozeanischer militärischer Machtentfaltung und der Aufrechterhaltung einer hegemonialen Sicherheitsordnung vor dem Hintergrund der langfristigen strategischen Rivalität zwischen der Seemacht USA und ihren kontinentalen Herausforderern. Die Arbeit ist im historisch-analytischen Ansatz der Strategischen Studien sowie im neoklassischen Realismus verwurzelt. Sie bedient sich der Prozessanalyse und des strukturierten Fallvergleichs im Rahmen eines Längsschnittdesigns.

Stoehr, Florian: Die Sicherheitspolitische Community in Deutschland: Akteure, Vernetzung und Aktivitäten

Das Forschungsvorhaben geht der Frage nach, wie sich die sicherheitspolitische Community in Deutschland zusammensetzt und organisiert. Auf der Basis des Theorems der strategic culture und elitentheoretischen Grundlagen werden in einer Netzwerkanalyse die Führungsebenen der zentralen sicherheitspolitischen Institutionen und Organisationen in Deutschland im Zeitraum 2001-2013 ausgewertet, um die Vernetzungs- und Austauschformen der Community zu analysieren. Im Anschluss werden in Fallbeispielen herausgehobene Akteure interviewt und ihre Aktivitäten im Netzwerk und der Öffentlichkeit untersucht. 

Yilmaz, Samet: "Islamistische Gruppen in der Türkei"

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden diverse islamistische Gruppen in der Türkei zunächst mit der Terrororganisation al-Qaida gleichgesetzt. Der Anschlag auf eine jüdische Synagoge in Istanbul 2003 mit zahlreichen Toten und Verletzten sowie zahlreiche Exekutivmaßnahmen gegen al-Qaida-Mitglieder in der Türkei erforderte in der Öffentlichkeit keine genaue Unterscheidung zwischen politischen und jihadistischen Islamisten. Auch im Jahr 2014 kam es in der Türkei zur Verhaftung von mutmaßlichen al-Qaida Mitgliedern. Zwar gibt es in der Türkei bekannte Jihad-Unterstützer, aber weder sind ihre Ziele, Netzwerke oder Gruppen ausreichend erforscht. Deshalb soll die Untersuchung der Frage nachgehen: Welche islamistischen Gruppen, islamistische Akteure gibt es in der Türkei und welche Absichten verfolgen sie? 

Türkische Sicherheitsbehörden haben in den letzten Jahren immer wieder groß angelegte Verhaftungsoperationen gegen einzelne nicht näher definierbare islamistische Zellen in der Türkei durchgeführt. Doch trotz groß angelegter Strafverfolgungsmaßnahmen sind die Aktivitäten von Islamisten in der Türkei nicht weniger geworden. Weiterhin verbreiten Islamisten in der Türkei ihre Ideologie etwa über türkischsprachige Webseiten, soziale Netzwerke sowie über Youtube. In einigen Städten gründeten sie sogar Vereine und verbreiten von dort aus ihre Ideologie. Die Analyse reflektiert auch den politische Kontext in der Türkei und insbesondere die Regierungspolitik der AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung). In diesem Zusammenhang geht die Dissertation auch der Forschungsfrage nach, ob die AKP seit ihrem Regierungsantritt 2002 mehr Toleranz gegenüber islamistische Gruppen zeigen als z.B. westliche Nationen. 

 

Publikation

Cover Jahrbuch Terrorismus

Jahrbuch Terrorismus

Das Jahrbuch enthält eine umfangreiche Datensammlung sowie Analysen zu terroristischen Brennpunkten.

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Publikation

Cover Routledge

Routledge Handbook of Naval Strategy and Security

This new handbook provides a comprehensive overview of the issues facing naval strategy and security in the twenty-first century.

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Publikation

Cover Stabilisierungseinsaetze

Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe

Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN).

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Publikation

Cover Assessing Chinas...

Assessing China's Naval Power

Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications.

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