Forschungsprojekt: Die Bedeutung von Chinas Aufstieg zur Großmacht

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Chinas Aufstieg verändert die internationale Ordnung. Diese Veränderung hat politische, wirtschaftliche und militärische Aspekte, und ihre Auswirkungen sind auf allen Kontinenten zu beobachten.

Aus europäischer Sicht bietet Chinas Aufstieg neue Chancen der trans-eurasischen Kooperation, stellt die europäischen Staaten und die EU aber auch vor einige grundlegende Herausforderungen. Diese betreffen zum Beispiel die wirtschaftliche und technologische Interessenwahrung, berühren aber auch das Problem von grundsätzlich unterschiedlichen Wertvorstellungen zwischen westlichen liberalen Demokratien und Chinas leninistisch geführtem, autoritären Parteistaat. Im Bereich der Sicherheitspolitik wiederum lässt sich eine zunehmende Rivalität zwischen China und den USA ebenso beobachten wie eine wachsende Kooperation Chinas mit Russland. Beides hat zumindest indirekte Rückwirkungen auf Deutschland und Europa. Chinas militärischer Aufstieg beeinflusst jedoch insbesondere die Bedrohungsperzeptionen verschiedener Anrainerstaaten im Asien-Pazifik-Raum.

Das Ziel unseres Forschungsprojektes ist, diese vielfältigen Veränderungen, Herausforderungen und Chancen im Hinblick auf ihre strategischen Implikationen für Deutschland und Europa zu untersuchen. Mehrere Teilprojekte der Abteilung Strategische Entwicklung in Asien-Pazifik widmen sich dieser Aufgabe mit jeweils unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden

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Aktuelle Teilprojekte im Rahmen der Gesamtzielsetzung
 



Teilprojekt 1
Chinas Marinerüstung im internationalen Vergleich
 


 

Wasser 1
 

Die Marine der Volksbefreiungsarmee hat sich in relativ kurzer Zeit zu einer der weltweit größten und auch technologisch führenden Seestreitkräfte entwickelt, und die VR China strebt mittelfristig sogar eine noch umfassendere Modernisierung ihrer Streitkräfte an.

Wie ist diese Veränderung im internationalen Vergleich einzuordnen?
Welche Bedrohungswahrnehmungen liegen diesen Veränderungen zugrunde?
Und welche wirtschaftlichen und technologischen Faktoren beeinflussen Chinas globale maritime Präsenz?
 

Veröffentlichungen zu diesem Teilprojekt
 

 



Teilprojekt 2
Chinas Weltraumprogramm und seine Implikationen für Chinas Seemacht und zukünftige globale militärische Präsenz
 


 

Wasser 02
 

Chinas ehrgeiziges Weltraumprogramm erfüllt zugleich mehrere Funktionen. Es dient der politischen Führung unter anderem dazu, innenpolitische Unterstützung für ihren Modernisierungskurs zu sichern sowie China als führende Technologiemacht international zu etablieren. Doch neben diesen innenpolitischen und zivilen Funktionen sollten militärische und strategische Aspekte der Raumfahrt, insbesondere in Bezug zum geplanten globalen Ausbau der maritimen Präsenz Chinas, nicht unterschätzt werden.

Dieses Teilprojekt untersucht die Frage, wie sich neue Entwicklungen in der chinesischen Raumfahrt auf Chinas militärstrategische Situation auswirken und welche Zusammenhänge sich zwischen den Raumfahrtambitionen und den Bemühungen um chinesische Seemacht erkennen lassen.
 

Veröffentlichungen zu diesem Teilprojekt
 

Erste Ergebnisse dieses seit Mitte 2016 laufenden Forschungsprojekts werden demnächst in Form einer englischsprachigen Monographie veröffentlicht (S. Kirchberger & P. O’Keeffe, forthcoming).

 



Teilprojekt 3
Militärtechnische Kooperationsbeziehungen im Asien-Pazifik-Raum
 


 

Wasser 3
 

Kooperative Produktion von Rüstungsgütern und Rüstungsexportbeziehungen sind ein selten beleuchteter Aspekt der internationalen Beziehungen und Sicherheitspolitik, obwohl der Zugang zu strategisch relevanten Technologien gravierende Auswirkungen auf das außen- und sicherheitspolitische Verhalten von Staaten hat und durch Rüstungskooperationen langfristige Verbindlichkeiten und Abhängigkeiten zwischen Staaten entstehen.
Gegenwärtig zeichnet sich im Asien-Pazifik-Raum eine Aufrüstungsdynamik ab, die nicht unwesentlich von Ängsten vor Chinas Aufstieg zur bestimmenden Macht in dieser Region beeinflusst ist. Auch europäische Unternehmen sind als Exporteure und strategische Partner von asiatisch-pazifischen Anrainerstaaten intensiv in diese Dynamik involviert, während China, gegen das die europäischen Staaten seit 1989 ein Waffenembargo verhängt haben, sich mittlerweile selbst von einem Empfängerland zu einem Exporteur von Rüstungsgütern in zahlreiche Staaten Asiens und Afrikas entwickelt hat.

Dieses Teilprojekt untersucht somit industrielle und substaatliche Zusammenhänge der transnationalen Produktion von strategisch relevanten Technologien im Asien-Pazifik-Raum.
 

Veröffentlichungen zu diesem Teilprojekt
 

 



Teilprojekt 4
Die strategische Relevanz chinesischer Auslandsinvestitionen in Europa
 


 

Stadt 01

Welche Folgen hat es, wenn europäische Unternehmen aus sensiblen oder strategisch relevanten Branchen von staatlichen oder privaten Investoren aus China übernommen werden?

Diese Frage rückt zurzeit verstärkt in die öffentliche Diskussion. Gleichzeitig halten sich die wenigen wissenschaftlichen Studien, die bislang zu diesem Thema erschienen sind, mit klaren Antworten meist zurück. Die geplante Untersuchung möchte daher aufzeigen, wann bzw. unter welchen Voraussetzungen von einer strategischen Relevanz chinesischer Auslandsinvestitionen für die Mitgliedsstaaten der EU gesprochen werden kann.

Die Ausarbeitung von Unterscheidungskriterien und die Definition meist unscharfer Begrifflichkeiten wie „wirtschaftliche Sicherheit“, „Schlüsselindustrie“ usw. ist hierbei eine wesentliche Aufgabe, um strategisch relevante von nicht relevanten Vorgängen zu unterscheiden. Insbesondere die Analyse von offiziellen Zielen der chinesischen Regierung, wie beispielsweise dem Vorhaben, chinesische Unternehmen an führender Stelle im internationalen Wirtschaftsgeschehen zu positionieren, soll fundierte Aussagen über die strategische Relevanz chinesischer Auslandsinvestitionen ermöglichen.

Die Beleuchtung von institutionellen und personellen Verflechtungen zwischen Staat, Wirtschaft und Militär sowie der wirtschaftlichen Strukturen in China soll ebenfalls helfen, aufzuzeigen, wann eine „legitime Vorsicht“ gegenüber einem Investitionsprojekt angebracht ist oder was einer unbegründeten Vorverurteilung eines chinesischen Investors gleichkommt.
 

Veröffentlichungen zu diesem Teilprojekt
 


Datensammlung: Dokumentation chinesischer Auslandsinvestitionen in Europa
 

Die Abteilung Strategische Entwicklung in Asien-Pazifik führt eine Liste chinesischer Investitionsprojekte in Europa.

Die Informationen zu diesen Investitionen werden aus Medienberichten und weiteren öffentlich zugänglichen Quellen zusammengeführt. Im Unterschied zu bestehenden „Investitionstrackern“, die überwiegend englischsprachig sind, sollen ausführlichere Informationen und Kommentierungen in der Liste ein vollständigeres Bild der gegenwärtigen Entwicklung zeichnen.

Momentan werden nur chinesische Investitionsprojekte in Deutschland dokumentiert. Sukzessiv sollen jedoch Informationen zu chinesischen Investitionen in ganz Europa in die Liste eingetragen werden.

 

Publikation

Cover Jahrbuch Terrorismus

Jahrbuch Terrorismus

Das Jahrbuch enthält eine umfangreiche Datensammlung sowie Analysen zu terroristischen Brennpunkten.

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Publikation

Cover Routledge

Routledge Handbook of Naval Strategy and Security

This new handbook provides a comprehensive overview of the issues facing naval strategy and security in the twenty-first century.

Link to the publication

Publikation

Cover Stabilisierungseinsaetze

Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe

Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN).

Link zum Buch

Publikation

Cover Assessing Chinas...

Assessing China's Naval Power

Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications.

Link to the book